»
S
I
D
E
B
A
R
«
Köszönöm Ösagard….. Vielen Dank Ösagard !
August 17th, 2008 by thomas.mootz

Eine Doppelveranstaltung in Ugarn mit Volksfestcharakter !!! ~ 50 Magyar Agar gemeldet !

Ösagard ist ein kleines Dorf in Komitat Nograd, mit etwa 350 Einwohnern, 50 km entfernt von Budapest im Cserhat (Gebirge). Die Bewohner dieses Dorfes züchteten früher die Windhunde für das ungarische Königshaus. Dies spiegelt sich im Namen des Ortes und in den Windhunden des Wappens von Ösagard wieder. (Agar ist das ungarische Wort für Windhund.)

Nachdem der Magyar Agar zum ungarische Nationalschatz und Symbol Ungarns erhoben wurde, stellte dies einen wunderbaren Anlass für ein Windhundefestival allererster Klasse dar. Der ungarische Windhundeclub- „Magyar Agar Klub” und das “Lebende Nationalschätze Stipendium” – „Élő Nemzeti Kincseink Alapítvány” richteten zusammen mit den Bewohnern und dem Bürgermeister von Ösagard dieses unglaublich gelungene Event aus.

Die übliche Windhundeausstellung wurde eingeleitet von einer Operette, welche die Geschichte des ungarischen Königshauses und seiner Windhunde erzählte. Auch wenn man kein Ungarisch verstand waren die Kostüme, der Tanz und der Gesang doch ein Augen- und Ohrenschmaus. Die auftretenden Magyar Agar bewiesen auf der Bühne ihre Gelassenheit und Nervenstärke. Der ungarische Opernsänger Janos Tóth auf seinem ungarischen heißblütigen Hengst berührte zum Abschluss mit seinem feurigen Ritt und gleichzeitigen Gesang unsere Herzen.

Im Anschluss sammelten die Ausstellungsteilnehmer sich in der Mitte des Platzes. Dieser war gesäumt von Ständen, welche Handwerksarbeiten und ungarische Leckereien anboten. An dem Versuch, sich durch das Angebot von verschiedenen Backwaren, Suppen, Kartoffelnudeln und Süßigkeiten zu essen musste man scheitern. Die Großmütter des Dorfes waren in ihren Trachten erschienen und kochten und backten, was die traditionelle Küche hergab. Hiervon konnten auch die Richter schon berichten. Durften sie doch am Morgen ein reichhaltiges Bauernfrühstück verdrücken, welches Ihnen von den Dorfbewohnern extra ins Hotel gebracht worden war.

Doch auch die Teilnehmer der Ausstellung hatten dem Ruf der Veranstalter Folge geleistet und waren zahlreich in wunderbaren Kostümen erschienen. Da erschienen römische Damen in Togen mit Windspielen auf dem Arm, eskortiert von stattlichen Söldnern, englische Adelsdamen, ungarische Trachtenmädchen und –Männer, verschleierte Damen aus Afghanistan, eine Gruppe Beduinen, Schottenröcke, russische Adelige, polnische Bauernmädchen und viele mehr. Diese bunte Gruppe mit über 200 Windhunden zog zur Eröffnung der Ausstellung in einem langen Zug, angeführt von zwei Trompetern, durch den Ort.

Der Zug wurde auch begleitet von allen ungarischen (nicht Wind-)Hunderassen. Das sind gar nicht wenige und auffallend durchweg Gebrauchshunde. Neben dem Magyar Agar sind das der Komondor, der Kuvasz, der Puli, der Pumi und der Mudi.

Damit war die Zuchtschau eröffnet. Auch für Ungarn war die Zahl der gemeldeten Magyar Agar aus 17 verschiedenen Zwingern sehr stattlich. 50 Magyar Agar nahmen an der Ausstellung teil.

Zeitgleich zum Richten fand durchgehend ein Programm auf der Bühne statt. So fanden sich zusätzlich zu den Teilnehmern etwa 2000 – 3000 Besucher ein. Sicherlich auch, weil über dieses Festival im Vorfeld sogar im ungarischen Fernsehen berichtet worden war. Diese konnten so zwischen den Ausstellungen und dem Bühnenprogramm pendeln. Großen Anklang fand die Vorführung eines Hufschmieds und die Tombola, welche als Hauptpreis tatsächlich ein ausgewachsenes, wolliges, lebendes Schaf auslobte. Wir aus dem Ausland angereisten kauften die Lose mit gemischten Gefühlen. Den Hauptpreis wollten wir nicht wirklich haben. Lieber die wunderbare Brombeertorte. Diese ging an Martina und ihre hübschen Töchter nach Österreich, wurde aber noch in Ungarn verputzt. Das Schaf gewann ein glückliches Mädchen aus dem Ort.

Zu den BIS-Wettbewerben fanden sich jung und alt ein. Diese wurden von einer Bauchtänzerin eröffnet. Und wieder hatten die Dorfbewohner die Veranstalter tatkräftig unterstützt. Für die Richter und Sieger der Wettbewerbe waren Torten und riesige Lebkuchen gebacken worden mit dem Wappen von Ösagard. Bei der Danksagung hierfür kullerten tatsächlich einige Tränen des Stolzes.

 

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Vorführung ungarischer Pferderassen. In schnellem Ritt nahmen diese mit ihren Reitern bewegliche Hindernisse und schließlich setzten sie mit einem gewagten Sprung über eine festlich gedeckte Tafel ohne ein einziges Glas herunter zu werfen.

 

Bis spät in die Nacht wurde auf dem Platz noch gefeiert. Mehrere Musikbands spielten auf. Doch wegen des Rennens am nächsten Tag blieben wir nicht all zu lange.

 

Am Sonntag dann startete man gemütlich zu einem Renntag. Herzerwärmend waren die Windspiele, welche an der Italien Greyhound Challenge teilnahmen. Und selbstverständlich war auch hier die Zahl der gemeldeten Magyar Agar mit 18 Hunden, die im Feld liefen und 10 Hunden in Sololäufen, beachtlich. Galt es doch, Punkte für die Sighthound-Trophy zu sammeln. Es war das letzte Rennen vor dem Abschlussrennen in Oberhausen im Oktober. Den aktuellen Punktestand finden Sie unter www.sighthound-trophy.com.

 

Insgesamt war einfach beeindruckend, wie sehr sich die Ungarn, welche heute doch gar nichts mehr mit Windhunden zu tun haben, für diese Doppelveranstaltung eingesetzt haben. Keine skeptischen sondern erfreute Blicke, wenn man mit unzähligen Vierbeinern an der Leine durch die Straßen ging, machten die Tage in Ungarn zu einem rundum angenehmen Erlebnis.

Text: Hui-Tjhin Bieg


Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

»  Substance: WordPress   »  Style: Ahren Ahimsa